
Bulgarien setzt sich dafür ein, lokale Lebensmittel in Supermärkten zu priorisieren
Ein vorgeschlagenes bulgarisches Gesetz würde Supermärkte verpflichten, einen hohen Prozentsatz an lokalen Milch- und Fleischprodukten vorrätig zu halten, während strenge Preisgrenzen entlang der Lieferkette durchgesetzt werden.

Fokus auf bulgarische Produkte
Die bulgarische Regierung hat die öffentliche Konsultation zu einem Entwurfsgesetz wiedereröffnet, das darauf abzielt, die Präsenz von lokal produzierten Lebensmitteln in großen Einzelhandelsketten zu stärken. Die Gesetzgebung verlangt, dass mindestens 50 % des Fleisches, der Eier, des Honigs und des Sonnenblumenöls in großen Supermärkten von bulgarischen Produzenten bezogen werden. Für Milchprodukte wie Milch und Käse steigt die Anforderung auf 80 %.
Gestärkt nach Feedback der Branche
Der ursprünglich im März von Landwirtschaftsminister Georgi Tahov eingeführte Gesetzentwurf wurde nach Rückmeldungen der Interessengruppen überarbeitet. Eine wesentliche Änderung bestand darin, den Anteil lokaler Milchprodukte von 50 % auf 80 % zu erhöhen, um den Forderungen der heimischen Produzenten Rechnung zu tragen.
Preiskontrollen und Strafen
Der Vorschlag führt auch strenge Aufschlagsgrenzen in der gesamten Lieferkette ein. Verarbeiter dürften einen Aufschlag von maximal 20 % auf die Produktionskosten erheben, und Großhändler könnten insgesamt nicht mehr als 10 % hinzufügen. Große Einzelhändler – mit einem Jahresumsatz von über 20 Millionen BGN – wären auf einen Aufschlag von 20 % auf ihre Einkaufspreise begrenzt. Eine Mindestprofitmarge von 10 % für landwirtschaftliche Produkte ist garantiert.
Verstöße könnten mit Geldstrafen von bis zu 10.000 BGN geahndet werden, die sich bei wiederholten Verstößen verdreifachen. Der Ministerrat wird entscheiden, welche spezifischen Lebensmittelkategorien unter diese Preisregeln fallen, obwohl die Auswahlkriterien noch nicht definiert sind.
Bedenken aus der Branche
Trotz der Absicht, die lokale Landwirtschaft zu unterstützen, haben Vertreter der Lieferkette gewarnt, dass die Regelung zu höheren Preisen in anderen Lebensmittelkategorien führen könnte, da Unternehmen versuchen, die eingeschränkten Margen bei regulierten Waren auszugleichen.
Öffentliche Beteiligung offen
Der Entwurf des Gesetzes ist bis zum 12. August für öffentliche Kommentare verfügbar, sodass Interessengruppen und Verbraucher eine letzte Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern.