
Brasilianisches Geflügel, polnischer Speck und mehr: EU/UK Fleischmarkt-Update (30. Juli 2025)
Die Inflation drückt die Margen, während Investitionen und eine engere Versorgung die Fleischlandschaft in der EU und im Vereinigten Königreich umgestalten.

Polen – EU-Fonds zur Kompensation von Verlusten durch Vogelgrippe
Die Europäische Kommission hat 14 Millionen Euro aus der Agrarreserve earmarkt, um polnische Geflügelbauern für Kosten zu entschädigen, die mit 193 Ausbrüchen von Vogelgrippe zwischen August 2021 und August 2023 verbunden sind. Die Zahlungen müssen bis zum 28. Februar 2026 bei den Landwirten eintreffen.
Was das bedeutet: Die Entschädigung wird den Druck auf die Liquidität der betroffenen Betriebe verringern und sollte die Lieferungen von Küken stabilisieren, jedoch sind anhaltende Wachsamkeit und Investitionen in die Biosicherheit von entscheidender Bedeutung. Verarbeiter und Großhändler sollten sich auf eine schrittweise Erholung der polnischen Geflügelproduktion vorbereiten.
Polen – Bacon-Werk bleibt in Swinoujście
Der finnische Fleischverarbeiter HKFoods hat beschlossen, sein Bacon-Werk in Swinoujście, Polen, zu behalten, nachdem ein Verkauf in Betracht gezogen wurde. Der Standort beschäftigt rund 300 Arbeiter und soll 2025 voraussichtlich 70 Millionen Euro Nettoumsatz erwirtschaften. Zu den jüngsten Investitionen gehört eine neue Schneide- und Verpackungsanlage.
Was das bedeutet: Die Entscheidung sichert lokale Arbeitsplätze und Lieferungen von Bacon- und verarbeiteten Schweinefleischprodukten. Schweinebauern sollten von stabiler Nachfrage profitieren, während Verarbeiter und Großhändler eine verbesserte Versorgungsstabilität von der modernisierten Anlage erwarten können.
Rumänien – Brasilien überholt die Ukraine bei Hühnerimporten
Vom 1. Januar bis 27. Juli 2025 importierte Rumänien 1.912 Tonnen Hühnerfleisch aus Brasilien im Wert von 4,445 Millionen Euro zu einem Durchschnittspreis von 2,33 €/kg, während die Importe aus der Ukraine 429,6 Tonnen im Wert von 1,49 Millionen Euro bei 3,47 €/kg betrugen. Der Preis aus Brasilien war 1,14 €/kg günstiger und die Mengen waren 4,45 Mal größer.
Was das bedeutet: Die wettbewerbsfähigen Preise aus Brasilien heben die globalen Angebotsdynamiken hervor und könnten Druck auf rumänische und regionale Produzenten ausüben. Großhändler könnten importiertes Geflügel als kosteneffizient empfinden, während lokale Verarbeiter und Landwirte sich durch Qualität oder Nischenprodukte differenzieren müssen.
EU – Fleischpreisindex erreicht neuen Höchststand
Der Fleischpreisindex der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) stieg im Juni 2025 auf 126,0 Punkte, 2,1 % höher als im Mai und 6,7 % über dem Wert von Juni 2024. Die Preise für Rindfleisch stiegen aufgrund knapper Lieferungen aus Brasilien und starker Nachfrage aus den USA; die Preise für Schweinefleisch stiegen angesichts fester Importnachfrage; die Preise für Schaffleisch kletterten, da die Exporte aus Ozeanien zurückgingen. Die Preise für Geflügel sanken jedoch, da die brasilianischen Lieferungen nach Aufhebung der Vogelgrippebeschränkungen reichlich waren.
Was das bedeutet: Die globalen Fleischmärkte bleiben angespannt, was hohe Preise für Rind-, Schweine- und Lammfleisch unterstützt, während Geflügel erschwinglicher wird. EU- und UK-Verarbeiter müssen möglicherweise die Kostenvolatilität managen und ihre Produktmix anpassen.
Quellen
Nachrichten der Europäischen Kommission über die Vogelgrippeentschädigung für Polen (agriculture.ec.europa.eu).
Just Food / WATT Poultry berichtet über die Entscheidung von HKFoods, das Bacon-Werk in Swinoujście zu behalten (just-food.com).
EADaily-Bericht über rumänische Hühnerimporte aus Brasilien und der Ukraine (eadaily.com).
FAO Fleischpreisindex-Daten über Pig333 (pig333.com).