
ASF-Update: Hohe Verluste in Estland, anhaltende Risiken in Deutschland und Asien
Afrikanische Schweinepest (ASP) zwingt zu massenhaften Abtorfungen in Estland, breitet sich schnell in Vietnam aus und belastet weiterhin deutsche Produzenten, trotz rückläufiger Fallzahlen.

Estland: 25.000 Schweine getötet, Exporte in Gefahr
Estland wurde 2025 hart getroffen, mit 10 % des nationalen Bestands (25.000 Schweine), die aufgrund von ASF-Ausbrüchen getötet wurden. Das Ministerium für Landwirtschaft hat bereits über 3 Millionen Euro in Maßnahmen zur Reaktion investiert, aber die Situation bleibt instabil.
Der größte Produzent des Landes, Ekseko (50.000 Schweine), befindet sich unter strengen Lockdown-Bedingungen, mit einem vollständigen Zugangsverbot für einen Monat, um den Bestand zu schützen. Da Estland jährlich Waren im Wert von ca. 22 Millionen Euro Schweinefleisch exportiert, stellen internationale Käufer bereits die Zuverlässigkeit der Lieferungen in Frage.
Vietnam: Impfstoff verfügbar, aber Aufnahme bleibt niedrig
Vietnam, einer der größten Schweinefleischproduzenten Asiens, verzeichnet in diesem Jahr 972 Ausbrüche allein, wobei die Zahl der infizierten Schweine über 100.000 steigt.
Das Land ist bemerkenswert, da es der erste war, der einen kommerziellen ASF-Impfstoff einführte, doch die Akzeptanz bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Produzenten äußern Bedenken bezüglich Kosten, Verfügbarkeit und gemischten Ergebnissen im Freiland. Experten betonen, dass die Impfung als Unterstützung der Biosicherheit und nicht als Ersatz angesehen werden sollte. Für große Betriebe bleibt die Investition in kontrollierten Zugang, Futterhygiene und Herdenüberwachung unerlässlich.
Deutschland: Regionale Unterschiede, aber Risiko bleibt bestehen
Deutschland zeigt, dass der Druck durch ASF mit strengen Maßnahmen verringert werden kann. Insgesamt sinken die Ausbrüche, aber Hessen bleibt das Epizentrum, mit mehr als 2.200 Wildschweinfällen und mehreren Infektionen in Haustierbeständen.
Schutzzaun, eingeschränkte Zonen und intensive Kadaversuchen sind eingerichtet. In Nordrhein-Westfalen werden Wildschweinfütterung und Eindämmungszäune eingesetzt, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Landwirte in eingeschränkten Gebieten sehen sich Bewegungsverboten, zusätzlichen Kontrollen und Handelsbeschränkungen gegenüber, die weiterhin stark auf die lokale Produktion lasten.
Folgen für die Fleischindustrie
Druck auf die Lieferkette: Da Estland 10 % seines Bestands tötet und Vietnam dreistellige Verluste meldet, sieht sich die internationale Schweinefleischversorgung erneuter Instabilität gegenüber.
Handelsbeschränkungen: Selbst einzelne Fälle können Exportverbote auslösen und Verträge stören. Käufer könnten zunehmend nach ASF-freien Lieferanten suchen.
Kosten für Biosicherheit: Von Zäunen bis zur Futterkontrolle steigen die Investitionen. Produzenten ohne robuste Maßnahmen riskieren den Ausschluss von wichtigen Märkten.
Impfstoffausblick: Vietnams Erfahrungen zeigen, dass die Impfung keine schnelle Lösung ist. Die Branche sollte weiterhin frühe Erkennung, Rückverfolgbarkeit und Biosicherheit priorisieren und die Entwicklung von Impfstoffen überwachen.
Ausblick
ASF bleibt eine der ernsthaftesten Bedrohungen für die globale Schweineproduktion. Während Deutschland Fortschritte bei der Eindämmung zeigt, erinnern uns Estlands plötzliche Verluste und Vietnams Anstieg daran, wie schnell das Virus Herden und Märkte destabilisieren kann.
Für Fachleute in der Fleischbranche ist der Weg nach vorne klar: verdoppeln Sie die Bemühungen um Biosicherheit, überwachen Sie regionale Ausbrüche genau und bereiten Sie sich auf anhaltende Volatilität in der Schweinefleischversorgung und -preisen vor.
Quellen: