Zypern steht vor einer Viehkrise

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Zypern steht vor einer Viehkrise

Ein sich schnell ausbreitender Ausbruch einer Tierseuche in Zypern entwickelt sich zu einer nationalen Krise und bringt Landwirte, die Lebensmittelversorgung und seltene Nutztier­rassen in ernsthafte Gefahr.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Ausbruch breitet sich über die Insel aus

Maul- und Klauenseuche hat sich nun auf mehr als 100 Farmen in Zypern ausgebreitet und betrifft Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine.

Die neuesten Zahlen zeigen:

  • 13 Rinderfarmen infiziert

  • Fast 90 Schaf- und Ziegenfarmen betroffen

  • 3 Schweinefarmen getroffen, darunter große Betriebe

Zehntausende Tiere wurden bereits gekeult, um das Virus zu stoppen. Offizielle Stellen sagen, dass weitere Fälle weiterhin erwartet werden, auch wenn frühe Anzeichen darauf hindeuten, dass der Ausbruch sich verlangsamen könnte.

Die Krankheit verbreitet sich sehr leicht. Sie kann sich durch direkten Kontakt zwischen Tieren, über die Luft und sogar über Kleidung, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Geräte ausbreiten.

Seltene einheimische Rassen in unmittelbarer Gefahr

Die Krise hat eine ernstere Wendung genommen, nachdem Infektionen auf Farmen festgestellt wurden, die seltene einheimische Tiere Zyperns züchten.

Dazu gehören:

  • zypriotische Fettschwanzschafe

  • rote Rinder, bekannt für ihren Buckel und ihre einzigartigen Merkmale

Diese Rassen sind nicht nur Nutztiere. Sie sind Teil der kulturellen und landwirtschaftlichen Geschichte der Insel.

Ihre Bestände sind bereits sehr gering:

  • Etwa 1.185 Fettschwanzschafe leben noch in ganz Zypern

  • Rund 1.243 rote Rinder wurden im letzten Jahr erfasst

  • Nur eine begrenzte Zahl von Farmen erhält reine Blutlinien

Experten warnen, dass der Verlust selbst einer kleinen Anzahl diese Rassen näher an das Aussterben bringen könnte.

Eine schwierige Entscheidung für die Behörden

Die Verantwortlichen stehen nun vor einer komplexen Wahl. Nach den Regeln der Europäischen Union werden Tiere in infizierten Gebieten normalerweise gekeult, um die Krankheit zu stoppen.

Es gibt jedoch eine Ausnahme. Seltene Rassen mit hohem genetischem oder kulturellem Wert können verschont werden, aber nur, wenn strenge Bedingungen erfüllt sind.

Die Behörden prüfen mehrere Optionen:

  • Nur Tiere keulen, die positiv getestet werden

  • Gesamte Herden keulen, um jedes Risiko auszuschließen

  • Sondergenehmigungen beantragen, um bestimmte Tiere zu schützen

Die endgültige Entscheidung wird von wissenschaftlichen Daten, dem Krankheitsrisiko und dem Nachweis abhängen, dass es sich um reine einheimische Rassen handelt.

Landwirte fürchten den Verlust jahrzehntelanger Arbeit

Hinter den Zahlen stehen Landwirte, die möglicherweise ganze Herden verlieren, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden.

Einige Züchter sagen, ihre Tiere stünden für Generationen sorgfältiger Arbeit und Familiengeschichte. Für sie ist der mögliche Verlust nicht nur finanziell, sondern zutiefst persönlich.

Gleichzeitig wächst die Frustration in der gesamten Landwirtschaftsgemeinschaft. Es hat Proteste gegeben, und viele Landwirte sorgen sich über verzögerte Entschädigungen und eine ungewisse Zukunft.

Es besteht zudem die Befürchtung, dass viele Landwirte nach Ende der Krise nicht mehr in die Viehproduktion zurückkehren werden.

Strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Virus

Die Regierung hat strikte Kontrollen eingeführt, um die Ausbreitung zu verlangsamen:

  • Landesweite Impfung von Rindern und anderen Tieren

  • Bewegungsverbote für Nutztiere und landwirtschaftliche Geräte

  • Intensive Tests in betroffenen Gebieten

  • Geldstrafen für illegalen Tiertransport

Die Impfung ist zu einem zentralen Instrument geworden. Offizielle Stellen berichten, dass ein großer Teil der Rinder und eine wachsende Zahl von Schafen, Ziegen und Schweinen bereits Dosen erhalten haben.

Frühe Hinweise deuten darauf hin, dass der Impfstoff hilft, neue Infektionen zu verringern.

Wirtschaftlicher Druck und Sorgen um die Ernährungssicherheit

Der Ausbruch ist nicht nur ein Gesundheitsproblem für Tiere. Er setzt auch die breitere Wirtschaft unter Druck.

Bisher:

  • Wurden mehr als 30.000 Tiere gekeult

  • Wirken sich Verluste im Viehbestand auf Produktion und Einkommen aus

  • Könnten einige Landwirte dauerhaft schließen

Branchensprecher warnen, dass die Ernährungssicherheit nun ein ernstes Anliegen ist. Sie argumentieren, dass Zypern seine Fähigkeit stärken muss, seine eigenen Lebensmittel zu produzieren, insbesondere in Zeiten globaler Unsicherheit.

Zugleich werden wichtige Exportgüter wie Halloumi-Käse weiterhin produziert, da der Herstellungsprozess sie sicher vor dem Virus macht.

Regionale Ausbreitung sorgt für Alarm

Die Situation ist nicht auf Zypern begrenzt. Auch Griechenland hat Ausbrüche gemeldet, insbesondere auf der Insel Lesvos.

Diese weitere Ausbreitung verstärkt die Sorge in ganz Europa. Maul- und Klauenseuche ist hochgradig ansteckend und kann sich, wenn sie nicht kontrolliert wird, schnell über Grenzen hinweg ausbreiten.

Verschiedene Länder verfolgen unterschiedliche Ansätze. Zypern setzt auf Impfung in Kombination mit Keulung, während Griechenland stärker auf strikte Eindämmung und Schlachtpolitik setzt.

Ein Wendepunkt für die Landwirtschaft

Viele Experten glauben, dass diese Krise die Zukunft der Landwirtschaft in Zypern verändern könnte.

Sie fordern:

  • Bessere Biosicherheit auf Farmen

  • Investitionen in moderne Technologie

  • Lösungen für langfristige Probleme wie Wasserknappheit

  • Unterstützung, um mehr junge Menschen für die Landwirtschaft zu gewinnen

Der Ausbruch hat Schwächen im System offengelegt, aber auch den Druck für Reformen erhöht.

Kritische Tage stehen bevor

Eine wichtige Entscheidung darüber, ob seltene einheimische Rassen verschont oder gekeult werden, wird in Kürze erwartet.

Diese Entscheidung wird langfristige Folgen haben. Sie wird nicht nur die zukünftige Seuchenkontrolle prägen, sondern auch das Überleben einiger der einzigartigsten Tiere Zyperns.

Vorerst befindet sich das Land in einem Wettlauf, das Virus einzudämmen und gleichzeitig sein landwirtschaftliches Erbe zu schützen.

Quellen:

Zypern steht vor einer Viehkrise | MeatBorsa Nachrichten