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Vion verkauft zwei Fleischwerke in Deutschland
Vion Food Group hat zugestimmt, zwei große Standorte in Süddeutschland zu verkaufen, als Teil ihres Plans, sich wieder stärker auf andere Märkte zu konzentrieren.

Martina Osmak
Director of Marketing
Deal zielt auf zwei zentrale Standorte ab
Vion Food Group hat eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Standorte in Crailsheim und Waldkraiburg an neue Eigentümer getroffen. Der Standort Crailsheim soll an Boeser Frischfleisch GmbH gehen, während OSI Europe Foodworks GmbH plant, das Werk in Waldkraiburg zu übernehmen.
Beide Geschäfte sind noch nicht endgültig. Sie benötigen weiterhin die Zustimmung der Aufsichtsbehörden und müssen die üblichen Abschlussbedingungen erfüllen. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Prozess in den kommenden Monaten abgeschlossen wird.
Warum Vion verkauft
Der Schritt ist Teil der übergeordneten Strategie von Vion, seine Präsenz in Deutschland zu verringern und sich stärker auf die Benelux-Region zu konzentrieren.
Die deutsche Fleischindustrie befindet sich im Wandel, mit weniger, aber größeren Marktteilnehmern. Vion erklärte, man habe Käufer ausgewählt, die in die Zukunft investieren und die Standorte langfristig weiterführen können.
Was an den einzelnen Standorten passiert
Crailsheim
Die Anlage in Crailsheim verarbeitet sowohl Schweine- als auch Rindfleisch.
Wichtige Fakten:
Rund 1 Million Schweine werden pro Jahr verarbeitet
Etwa 95.000 Rinder werden jährlich verarbeitet
Beschäftigt fast 600 Mitarbeitende
Der neue Eigentümer ist auf Schweinezerlegung spezialisiert und verfügt über starke Verbindungen zu Kunden im Lebensmitteleinzelhandel und in der Lebensmittelindustrie. Die Kombination soll die Schlachtung mit einer weiterentwickelten Fleischverarbeitung verbinden.
Waldkraiburg
Das Werk in Waldkraiburg konzentriert sich auf die Rindfleischverarbeitung.
Wichtige Fakten:
Rund 163.000 Rinder werden pro Jahr verarbeitet
Mehr als 300 Mitarbeitende
Der Käufer ist ein globales Lebensmittelunternehmen mit Erfahrung in der Fleischverarbeitung und starken Kundennetzwerken. Der Standort könnte von dem Zugang zu neuen Märkten profitieren.
Hintergrund zu den Verkäufen
Diese Standorte sollten zuvor an ein anderes großes Fleischunternehmen verkauft werden. Die deutschen Wettbewerbsbehörden blockierten dieses Geschäft jedoch wegen Bedenken hinsichtlich einer zu starken Marktstellung und der Auswirkungen auf Landwirte.
Vion nahm daraufhin den Verkaufsprozess wieder auf und wählte neue Käufer aus.
Auswirkungen auf Beschäftigte und Lieferkette
Vorerst laufen die Betriebe an beiden Standorten wie gewohnt weiter. Vion erklärt, man werde die Lieferketten stabil halten und alle Verpflichtungen erfüllen, bis die Geschäfte abgeschlossen sind.
Das Unternehmen betonte außerdem, dass die Suche nach verlässlichen, langfristigen Eigentümern entscheidend ist für:
Beschäftigte
Landwirte
Regionale Partner
Was ist mit den anderen deutschen Standorten
Vion prüft weiterhin seine verbleibenden Aktivitäten in Deutschland.
Einige Neuigkeiten umfassen:
Großes Käuferinteresse am Rindfleischstandort Buchloe
Prüfung alternativer Optionen für die Häuteverarbeitungsstandorte in Memmingen und Eching-Weixerau
Alle Standorte bleiben während dieser Überprüfung in Betrieb.
Der größere Zusammenhang
Vion reduziert seit 2023 schrittweise seine Präsenz in Deutschland. Die jüngsten Verkäufe sind ein weiterer Schritt in diese Richtung.
Das Unternehmen will stärker in nachhaltige Produktion und höherwertige Produkte in seinen Kernregionen investieren.
Quellen: