USA und Kanada öffnen Märkte für deutsches Fleisch

Published in News

USA und Kanada öffnen Märkte für deutsches Fleisch

Deutschland erlangt den Status frei von Rinderseuche zurück, was die Wiederaufnahme von Exporten in wichtige nordamerikanische Märkte ermöglicht.

Profile picture of Martina Osmak

Martina Osmak

Director of Marketing

Handelsbeschränkungen nach Krankheitsbeseitigung aufgehoben

Die Vereinigten Staaten und Kanada haben die Beschränkungen für Importe von deutschen Fleisch- und Milchprodukten aufgehoben und damit einen wichtigen Exportmarkt für Deutschlands Viehzuchtsektor wiedereröffnet.

Die Entscheidung folgte, nachdem beide Länder anerkannten, dass Deutschland wieder frei von Maul- und Klauenseuche (MKS) ist.

Die Beschränkungen wurden nach einem MKS-Ausbruch im Januar 2025 auf einem Bauernhof in der Region Brandenburg eingeführt. Da sich die Krankheit sehr leicht zwischen Tieren verbreitet, haben viele Länder vorübergehend den Import deutscher tierischer Produkte eingestellt, um ihre eigenen Landwirtschaftsindustrien zu schützen.

Nachdem die Situation überwacht und bestätigt wurde, dass der Ausbruch eingedämmt wurde, entschieden die Behörden in Nordamerika, den normalen Handel mit Deutschland wiederherzustellen.

Deutsche Beamte bezeichneten den Schritt als wichtig für den Landwirtschaftssektor des Landes, der stark auf internationale Märkte für Fleisch- und Milchexporte angewiesen ist.

Warum MKS für den globalen Handel wichtig ist

Die Maul- und Klauenseuche ist eine der schwerwiegendsten Krankheiten, die Nutztiere betreffen. Selbst ein einzelner Ausbruch kann den internationalen Handel stören.

Die Krankheit betrifft hauptsächlich Tiere mit Klauen, darunter:

  • Rinder

  • Schweine

  • Schafe

  • Ziegen

  • andere Wiederkäuer

Da sich das Virus schnell verbreitet und erhebliche wirtschaftliche Verluste verursachen kann, sperren viele Länder sofort die Importe aus Regionen, in denen die Krankheit festgestellt wird.

Für exportierende Länder ist es daher äußerst wichtig, offiziell als „MKS-frei“ anerkannt zu werden. Ohne diesen Status wird der Verkauf von Fleisch, Milch und anderen tierischen Produkten im Ausland sehr schwierig.

Was die Maul- und Klauenseuche ist

Die Maul- und Klauenseuche wird durch ein Virus aus der Aphthovirus-Gruppe in der Familie der Picornaviridae verursacht. Wissenschaftler haben sieben verschiedene Serotypen des Virus identifiziert. Jeder Typ benötigt seinen eigenen Impfstoff zum Schutz.

Die Krankheit ist dafür bekannt, sich sehr schnell zwischen Tieren auszubreiten. Eine Infektion kann durch folgende Wege erfolgen:

  • direkten Kontakt mit infizierten Tieren

  • kontaminierte Geräte, Fahrzeuge oder Kleidung

  • Futter, Milch oder andere tierische Produkte

  • Viruspartikel, die durch die Luft übertragen werden

Infizierte Tiere geben das Virus über Speichel, Milch und andere Körperflüssigkeiten ab. In einigen Fällen können Tiere das Virus verbreiten, bevor sie Symptome zeigen.

Symptome bei Nutzvieh

Typische Anzeichen der Maul- und Klauenseuche sind:

  • Fieber

  • Blasen oder Geschwüre im Mund und auf der Zunge

  • Entzündungen rund um die Klauen oder zwischen den Zehen

  • übermäßiger Speichelfluss

  • Hinken und Schwierigkeiten beim Gehen

Während erwachsene Tiere normalerweise überleben, kann die Krankheit ernsthafte Produktionsverluste verursachen, insbesondere bei Milchkühen. Die Milchproduktion kann stark zurückgehen und sich möglicherweise nicht vollständig erholen.

Junge Tiere wie Kälber, Lämmer und Ferkel sind einem höheren Sterberisiko ausgesetzt, oft wegen Herzkomplikationen oder Milchmangel, wenn ihre Mütter infiziert sind.

Wichtig ist, dass MKS selten eine Gefahr für Menschen darstellt, aber sie bleibt eine große wirtschaftliche Bedrohung für die Viehzucht.

Warum Deutschlands Status wichtig ist

Die Wiedererlangung des MKS-freien Status Deutschlands zeigt, dass der Ausbruch von 2025 erfolgreich eingedämmt wurde.

Die Länder unterhalten strenge Überwachungssysteme, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Zu den Maßnahmen gehören typischerweise:

  • schnelle Laboruntersuchungen

  • Bewegungskontrollen bei Tieren

  • Quarantäneregeln

  • strenge Bio-Sicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben

  • manchmal Impfungen oder das Abtöten infizierter Herden

Sobald internationale Partner zuversichtlich sind, dass das Virus nicht mehr zirkuliert, können Handelsbeschränkungen aufgehoben werden.

Positive Aussichten für deutsche Exporte

Die Wiedereröffnung der US- und kanadischen Märkte wird voraussichtlich deutsche Landwirte und Lebensmittelproduzenten unterstützen. Beide Länder stellen große und wertvolle Märkte für europäische tierische Produkte dar.

Durch die Wiederherstellung des Zugangs zu diesen Märkten kann Deutschland den Versand von Rindfleisch, Schweinefleisch, Milchprodukten und anderen Viehwaren wieder aufnehmen und damit die Handelsströme nach der Störung durch den Ausbruch stabilisieren.

Für die globale Viehzuchtindustrie verdeutlicht die Situation auch, wie schnell Tierkrankheiten den internationalen Handel beeinflussen können – und wie wichtig starke Überwachungs- und Kontrollsysteme zum Schutz sowohl der Landwirtschaft als auch der Lieferketten für Lebensmittel sind.

Quellen:

USA und Kanada öffnen Märkte für deutsches Fleisch | MeatBorsa Nachrichten