US-Fleisch kommt in die Schweiz – aber nicht in die Supermärkte

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US-Fleisch kommt in die Schweiz – aber nicht in die Supermärkte

Amerikanisches Fleisch kommt im Rahmen eines neuen Handelsabkommens in die Schweiz, doch nur Restaurants kaufen es – nicht die Supermärkte.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Eine neue Handelsregel, eine begrenzte Veränderung

Ein kürzlich geschlossenes Zollabkommen zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten hat die Einfuhr von Fleisch aus den USA erleichtert.
Seit Inkrafttreten der Regel Mitte Dezember sind bereits kleinere Mengen an amerikanischem Rind- und Bisonfleisch in der Schweiz eingetroffen.

Laut ersten Zolldaten wurden bis zum Jahresende rund 20 Tonnen Rindfleisch und etwas mehr als 2 Tonnen Bisonfleisch importiert. Hühnerfleisch wurde keines eingeführt.

Supermärkte sagen nein

Die grossen Schweizer Supermarktketten wollen kein US-Fleisch verkaufen.

  • Migros und Coop sagen, Schweizer Fleisch habe für sie oberste Priorität.

  • Lidl und Aldi lehnen es ebenfalls ab.

Ihre Hauptgründe sind klar: lokale Bauern unterstützen, vertraute Standards beibehalten und Bedenken der Kundschaft über die Haltungsbedingungen von Tieren in den USA vermeiden.

Restaurants sind offener

In der Gastronomie sieht die Situation anders aus.

Einige Lebensmittelzulieferer für Restaurants importieren bereits amerikanisches Fleisch:

  • GVFI hat US-Rind- und Bisonfleisch eingeführt.

  • Transgourmet/Prodega ist in diesem Bereich ebenfalls aktiv.

  • Carnadis denkt darüber nach, Bison-Burger aus den USA anzubieten.

Gastro-Zulieferer berichten von einem gewissen Interesse, insbesondere von Betrieben, die neue oder „amerikanisch angehauchte“ Produkte auf der Karte haben wollen.

Bedenken bezüglich Haltungs- und Anbaumethoden

Einige landwirtschaftliche Praktiken in den USA sind in der Schweiz nicht erlaubt. So sind beispielsweise Wachstumshormone in der Schweizer Rinderhaltung verboten.
Das macht manche Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber amerikanischem Fleisch skeptisch.

Befürworter argumentieren, dass Sicherheitskontrollen durchgeführt werden und dass bestimmte Methoden, wie etwa mit Chlor gewaschenes Hühnerfleisch, keine schädlichen Rückstände im Fleisch hinterliessen.

Was Kundinnen und Kunden erfahren müssen

Die Schweizer Vorschriften sind für Restaurants streng:

  • Restaurants müssen angeben, woher Fleisch und Fisch stammen.

  • Sie müssen auch ausweisen, ob Hormone oder Wachstumsförderer eingesetzt wurden.

Diese Informationen müssen jedoch nicht immer direkt auf der Speisekarte gedruckt sein, so GastroSuisse.

Was das bedeutet

Vorerst werden Kundinnen und Kunden in Schweizer Supermärkten kein US-Fleisch finden.
Doch wer auswärts isst, könnte zunehmend amerikanisches Rind- oder Bisonfleisch auf dem Teller sehen – klar deklariert, aber still eingeführt.

Quelle: https://www.swissinfo.ch/eng/various/swiss-supermarkets-rule-out-us-meat-while-restaurants-show-interest/90776530

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