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US-Geflügelpreise stabilisieren sich mit den neuesten Daten von Ende August 2026
Neue USDA-Zahlen zeigen, dass die Hühnerpreise in den Vereinigten Staaten steigen, während mehr Tiere auf den Markt kommen, und Puten bleiben vor der Feiertagssaison ruhig.

Martina Osmak
Director of Marketing
Hähnchenpreise steigen weiter
Die Hähnchenpreise in den Vereinigten Staaten stiegen Mitte August 2026 erneut. USDA-Marktdaten für die Handelswoche vom 10. bis 14. August setzten den nationalen Durchschnittspreis für ganze Hähnchen (WOG) bei 116,49 Cent pro Pfund an. Das waren 2,50 Cent mehr als in der Woche zuvor.
Zugleich wechselten weniger Tiere den Besitzer. Der Absatz ganzer Hähnchen lag bei rund 8,6 Millionen Pfund und damit etwas unter den 8,8 Millionen Pfund der Vorwoche. Der Preis stieg also, obwohl das Handelsvolumen zurückging.
Die Preise waren im ganzen Land nicht einheitlich. Die regionalen Unterschiede waren groß, wobei der Westen deutlich über dem Mittleren Westen lag:
- Westliche ganze Ware: etwa 138,02 Cent pro Pfund
- Chicago ganze Ware: etwa 98,56 Cent pro Pfund
Teilstücke und Nachfrage im Einzelhandel
Die Preise für beliebte Teilstücke hielten sich auf festem Niveau. Brustfiletstreifen (konventionell, frisch) lagen im Durchschnitt bei rund 3,08 $ pro Pfund, während ganze abgepackte Brathähnchen (konventionell, frisch) bei etwa 1,67 $ pro Pfund notierten.
Auch das Interesse im Einzelhandel zog an. Für den Zeitraum bis zum 20. August stieg die Werbequote im Lebensmitteleinzelhandel um 7,8 %, und der Aktivitätsindex legte um 7,1 % zu. Der nationale Aktivitätsindex erreichte 79.444, nach 74.145 in der Woche zuvor, lag damit aber weiterhin unter den 94.175 vor einem Jahr. Teilstücke und verarbeitete Produkte blieben die am stärksten beworbenen Hähnchenartikel im Handel.
Mehr Hähnchen und Pute in Sicht
Das USDA aktualisierte außerdem seine Produktionsprognose. Ein am 12. August veröffentlichter Bericht des National Agricultural Statistics Service erhöhte auf Basis aktueller Schlacht- und Brütereidaten sowohl die Hähnchen- als auch die Putenproduktion für 2026. Die Eiererzeugung wurde leicht nach unten korrigiert.
Die wichtigsten Änderungen für 2026 waren:
- Masthähnchenproduktion (Broiler) angehoben auf 49.623 Millionen Pfund, von zuvor 49.552 Millionen
- Putenproduktion angehoben auf 5.100 Millionen Pfund, von zuvor 5.056 Millionen
- Eierproduktion gesenkt auf 9.109 Millionen Dutzend, von zuvor 9.117 Millionen
In den Zahlen zeigt sich eine interessante Zweiteilung. Die wöchentlichen Spotpreise für Hähnchen sind gestiegen, dennoch hat das USDA seine Broiler-Preisprognose für das dritte und vierte Quartal gesenkt. Der Jahresdurchschnittspreis für Broiler wurde auf 119 Cent pro Pfund festgesetzt, nach 121,3 Cent im Vormonat, da die Preise bis Juli schwächer als erwartet ausgefallen waren. Kurz gesagt: Der Tages- bzw. Wochenmarkt hat sich gefestigt, während sich der Ausblick für den Rest des Jahres etwas eingetrübt hat.
Putemarkt bleibt vor den Feiertagen ruhig
Der Putemarkt war Ende August ruhig. USDA-Daten vom 21. August zeigten stabile Preise für gefrorene Puten, eine schwache Nachfrage und einen verhaltenen Handel mit weißem Fleisch. Die Inlandsaktivität war insgesamt dünn.
Dieses Bild dürfte sich ändern, wenn die Feiertagssaison näher rückt. Das USDA hob seine Putenpreisprognose für den Rest des Jahres 2026 auf 170,3 Cent pro Pfund an und stellt damit höhere Preise in Aussicht. Auch Eier halten ihren Wert besser als erwartet: Die Preisprognose für 2026 wurde auf 110,6 Cent pro Dutzend angehoben, deutlich über den 96,8 Cent vom Vormonat.
Worauf Käufer und Verkäufer achten sollten
Für alle, die in den kommenden Wochen mit US-Geflügel handeln, stechen einige Punkte hervor:
- Die Spotpreise für Hähnchen sind derzeit fest, doch die Jahresprognose zeigt leicht nach unten – daher jede Wochenmeldung genau im Blick behalten
- Es kommt mehr Angebot bei Masthähnchen und Pute auf den Markt, was den Spielraum für weitere Preisanstiege begrenzen könnte
- Die Putennachfrage ist aktuell schwach, dürfte sich aber vor den Feiertagen beleben
- Die Werbeaktivität im Einzelhandel nimmt zu, liegt aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau, was auf eine etwas schwächere Nachfrage auf längere Sicht hindeutet
Unterm Strich zeigt sich ein aktiver, aber gemischter US-Geflügelmarkt. Hähnchen ist von Woche zu Woche fest, Pute wartet auf den saisonalen Schub, und das wachsende Angebot ist der Hauptfaktor, der die Preise später im Jahr dämpfen könnte.