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Sachsen erlangt den Status frei von ASF zurück
Nach mehr als 12 Monaten ohne eine neue Entdeckung ist Sachsen offiziell wieder ASF-frei, während die ASF-Kontrolle und Zonenbildung in anderen deutschen Bundesländern fortgesetzt wird.

Martina Osmak
Director of Marketing
Sachsen als ASF-frei erklärt
Das Bundesland Sachsen wird wieder als frei von Afrikanischer Schweinepest (ASF) eingestuft. Die Entscheidung folgt auf ein volles Jahr ohne neue bestätigte Fälle nach der letzten Entdeckung bei einem Wildschwein im Februar 2025.
Wie in den EU-Tiergesundheitsvorschriften gefordert, wird Sachsen nun bei der Europäischen Kommission den formellen Antrag auf Aufhebung der verbleibenden ASF-Einschränkungszonen stellen.
ASF-Situation in Sachsen: wichtige Zahlen
Während der Ausbruchszeit war Sachsen eine der am stärksten betroffenen Regionen in Ostdeutschland.
Rund 2.400 bestätigte ASF-Fälle bei Wildschweinen
Höchststand der Ausbreitung in 2023, als etwa ein Drittel des Landes unter Einschränkung stand
Etwa 830 km Zaun installiert zur Eindämmung
Fast 480 km bereits abgebaut nach Risikominderung
Keine Ausbrüche in Hausschweinbeständen während der späteren Phase der Epidemie
Das Fehlen neuer Entdeckungen seit über 12 Monaten erfüllt die Kriterien für die Wiedererlangung des ASF-freien Status.
Nationale Situation: Fortschritte, aber weiterhin Druck
In Deutschland wurde die ASF nicht beseitigt. Die Fallzahlen sinken insgesamt, aber mehrere Bundesländer stehen weiterhin unter Druck.
Die überwiegende Mehrheit der Entdeckungen erfolgt weiterhin bei Wildschweinen
Hausschweinausbrüche bleiben in der Zahl begrenzt, haben jedoch hohe Auswirkungen
Bundesländer mit hoher Inzidenz sind Brandenburg und Hessen
ASF-Überwachung und -Zonierung bleiben dynamisch, basierend auf neuen Erkenntnissen
Kurze Chronologie der jüngsten Entwicklungen
2020 – Erster ASF-Fall in Sachsen entdeckt (Wildschwein, wahrscheinlich verbunden mit grenzüberschreitender Ausbreitung)
2023 – Hochphase in Sachsen; umfangreiche Einschränkungszonen und Zäune
5. Feb. 2025 – Letzter bestätigter ASF-Fall in Sachsen (Wildschwein, Landkreis Bautzen)
Mitten–Ende 2025 – Neue ASF-Entdeckungen in Nordrhein-Westfalen; anhaltende Ausbrüche in Hessen
Früh 2026 – Sachsen qualifiziert sich nach 12 Monaten ohne neue Fälle für den ASF-freien Status
Folgen für den Fleisch- und Viehhandel
Der ASF-freie Status Sachsens ist relevant für:
Regionale Schweinebewegungen und -beschaffung
Handelslogistik und Planung
Risikobewertungen für Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten
Die nationale Situation bedeutet jedoch:
Die Handelsbedingungen bleiben in den Bundesländern ungleich
Eine schnelle Neuzonierung ist weiterhin möglich, wenn neue Fälle auftreten
Langfristige Biosicherheit und Überwachung bleiben entscheidend für die Marktstabilität
Aussichten
Sachsens Austritt aus den ASF-Einschränkungen zeigt, dass nachhaltige Eindämmungsmaßnahmen erfolgreich sein können. Für den deutschen Fleischsektor ist dies ein positives Signal – aber keine endgültige Lösung. Solange die ASF in den Nachbarländern und bei Wildschweinpopulationen besteht, bleibt das Risiko einer Wiedereinführung bestehen, und die regulatorische Flexibilität wird weiterhin die Handelsbedingungen gestalten.
Quelle: https://www.agrarheute.com/markt/tiere/asp-deutschland-faelle-ueberblick-572954