Neue Ernährungspyramide stellt US-amerikanische Ernährungsempfehlungen auf den Kopf

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Neue Ernährungspyramide stellt US-amerikanische Ernährungsempfehlungen auf den Kopf

Die US-Regierung hat neue Ernährungsrichtlinien veröffentlicht, die den Schwerpunkt auf Protein, unverarbeitete Lebensmittel und Vollfett-Milchprodukte legen und damit eine breite Diskussion unter Gesundheitsexperten und Interessengruppen der Lebensmittelbranche auslösen.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Was passiert ist

Am Mittwoch haben das U.S. Department of Health and Human Services und das U.S. Department of Agriculture (USDA) neue Dietary Guidelines for Americans (2025–2030) veröffentlicht. Die Ankündigung wurde von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. geleitet.

Die neuen Leitlinien führen eine invertierte Ernährungspyramide ein. In dieser Version stehen Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Eier, Fisch, Gemüse und Obst oben, während Getreideprodukte unten dargestellt werden.

Warum diese Leitlinien wichtig sind

Die Dietary Guidelines sind nicht nur ein Rat für Einzelpersonen. Sie beeinflussen:

  • Schulmahlzeiten

  • Lebensmittelprogramme für das Militär

  • Lebensmittelhilfsprogramme wie SNAP und WIC

  • Ernährungsziele, die von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verwendet werden

Deshalb können selbst kleine Änderungen Millionen von Menschen betreffen.

Die wichtigsten Botschaften der neuen Leitlinien

Das Dokument legt den Schwerpunkt auf den Verzehr von sogenanntem „echten Essen“ und das Reduzieren stark verarbeiteter Produkte. Zentrale Punkte sind:

  • Mehr Protein:
    Die Leitlinien empfehlen eine höhere Proteinzufuhr als bisher, insbesondere aus tierischen Quellen wie Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchten, Eiern und Milchprodukten. Pflanzliche Proteine wie Bohnen, Linsen, Nüsse, Samen und Soja sind ebenfalls eingeschlossen.

  • Vollfett-Milchprodukte erlaubt:
    Vollmilch, Käse und Joghurt werden stärker betont als in früheren Leitlinien.

  • Fette als „gesund“ beschrieben:
    Die Leitlinien erwähnen Olivenöl und führen auch Butter und Rindertalg als Optionen auf.

  • Verarbeitete Lebensmittel begrenzen:
    Starker Fokus auf die Reduzierung von Lebensmitteln mit viel zugesetztem Zucker, raffiniertem Getreide, künstlichen Farbstoffen und Konservierungsmitteln.

  • Obst, Gemüse und Ballaststoffe:
    US-Amerikaner werden ermutigt, täglich Gemüse und Obst zu essen und die Ballaststoffzufuhr zu erhöhen, einschließlich fermentierter Lebensmittel.

Gesättigte Fette: Was gleich geblieben ist

Trotz der neuen Betonung von Fleisch und Milchprodukten hat sich eine zentrale Regel nicht verändert:

  • Nicht mehr als 10 % der täglichen Kalorien sollten aus gesättigten Fetten stammen

Diese Grenze ist dieselbe wie in früheren Leitlinien. Einige Experten weisen jedoch darauf hin, dass ein höherer Verzehr von rotem Fleisch und Vollfett-Milchprodukten es schwieriger machen könnte, diesen Wert einzuhalten.

Unterschiedliche Reaktionen von Gesundheitsorganisationen

Die Reaktionen auf die Leitlinien sind gemischt.

  • Die American Academy of Pediatrics begrüßte den Fokus auf unverarbeitete Lebensmittel für Kinder und lobte die Empfehlungen zum Stillen und zur Begrenzung von zugesetztem Zucker.

  • Die American Heart Association unterstützte die Begrenzung von Zucker und hochverarbeiteten Lebensmitteln, erklärte jedoch, dass mehr Forschung zu Proteinmengen und -quellen nötig sei. Sie rät weiterhin dazu, fettreiche tierische Produkte zu begrenzen.

  • Ernährungsforscher und Diätologen haben Fragen aufgeworfen zu:

    • höheren Protein-Zielwerten

    • der Betonung tierischer Lebensmittel

    • der Frage, wie die Empfehlungen zu den langjährigen Forschungsergebnissen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gesättigten Fetten passen

Zugleich sind sich viele Experten einig, dass die Reduzierung stark verarbeiteter Lebensmittel ein positiver und bemerkenswerter Teil der Aktualisierung ist.

Warum dies eine große Veränderung ist

Über Jahrzehnte hinweg haben US-Ernährungsempfehlungen dazu geraten:

  • weniger gesättigte Fette zu sich zu nehmen

  • mehr pflanzliche Öle zu verwenden

  • mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte zu wählen

Die neuen Leitlinien verlagern den Fokus hin zu Protein und unverarbeiteten Lebensmitteln, während ältere Grenzen für gesättigte Fette beibehalten werden. Diese Kombination hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie die Empfehlungen im Alltag funktionieren werden.

Wie es weitergeht

Die meisten US-Amerikaner lesen die vollständigen Dietary Guidelines nie. Dennoch bestimmen die Regeln maßgeblich, welche Lebensmittel im ganzen Land eingekauft, serviert und finanziert werden.

Wenn Bundesbehörden beginnen, die neuen Empfehlungen auf Schulessen, Lebensmittelhilfe und andere Programme anzuwenden, werden Gesundheitsorganisationen, Landwirte und politische Entscheidungsträger genau beobachten, wie sich die Änderungen auswirken.

Quelle:

Neue Ernährungspyramide stellt US-amerikanische Ernährungsempfehlungen auf den Kopf | MeatBorsa Nachrichten