Marktbericht: dänische Deflation

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Marktbericht: dänische Deflation

Danish Crown-Notierungen erreichen Rekordtiefs, während ein strukturelles Überangebot dänische Schweinehalter in unrentablen Bereichen festhält.

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Bo Pedersen

Chief Revenue Officer

Rekordtief bei der Danish Crown Notierung

Gestern hat Danish Crown seine wöchentliche markedsnotering, also Markt­notierung, von 7,10 DKK auf 6,90 DKK (0,92 €) angepasst.

Dies ist die niedrigste jemals verzeichnete Notierung, gemäss den eigenen Online-Aufzeichnungen von Danish Crown, die bis 2008 zurückreichen – möglicherweise der niedrigste Stand überhaupt in realen Preisen?

Strukturelles Überangebot vernichtet Gewinne der Schweinebetriebe

Laut einer Studie von November 2025 von Seges Innovation liegt die EBITDA-Gewinnschwelle (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation) für dänische Schlachtschweine bei rund 10,17 DKK und bei 11,85 DKK, wenn Abschreibungen und Amortisation ausgenommen werden, also nur EBIT.

Unter Berücksichtigung einer grosszügigen restbetaling oder Zusatz­zahlung von 0,60 DKK, die Danish Crown an Eigentümer ausschüttet, steigt die Bruttonotierung wieder auf 7,50 DKK.

Selbst mit der Zusatz­zahlung stehen dänische Schweinehalter vor dauerhaft unrentablen Betrieben. Trotz des Preiseinbruchs erwartet Danish Crown jedoch nicht, dass sich die Lage kurzfristig bessert. In der jüngsten Markteinschätzung heisst es:

Insgesamt bleibt der europäische Markt durch ein strukturelles Überangebot belastet, und es gibt keine Anzeichen für eine nennenswerte Verbesserung in kurzer Frist. Folglich bleibt die Situation ernst.

Wie geht es weiter?

Die Anwendung klassischer Volkswirtschaftslehre ergibt kein schönes Bild.

Erstens haben die Landwirte mit deutlich verschlechterter Liquidität zu kämpfen, was die Barreserven aufzehren oder – wahrscheinlicher – die Kreditlinien strapazieren wird.

Zweitens wird die Nachfrage nach Ferkeln weiter zurückgehen und damit einen bereits laufenden Trend fortsetzen.

Drittens werden als letztlich unvermeidliche Reaktion auf das strukturelle Überangebot die Sauenbestände schrumpfen; Betriebe werden schliessen oder sich auf kleinere Herden und ein geringeres langfristiges Schlachtangebot umstellen.

Lichtblicke

Es gibt nur sehr wenige und schwache Lichtblicke für dänische Schweinehalter. Einige Entwicklungen arbeiten sich jedoch bereits durch das System:

  1. Ferkelpreise sind gesunken. Dies reduziert die Inputkosten für Mäster, und wenn sich diese Kosten durch die Produktionskette bewegen, werden die Deckungsbeiträge voraussichtlich positiv, auch wenn die Gesamtprofitabilität noch in einiger Entfernung liegt (und für Zuchtbetriebe ist dies natürlich keine Lösung).

  2. Exportchancen bestehen. Wenn dänische Betriebe ihren sauberen ASP-Status halten können, bleiben sie als Exporteure in wertvolle asiatische Märkte wettbewerbsfähig.

  3. Produktivitätsgewinne. Die Produktivitätskennzahlen haben sich in den letzten 12 Monaten auf dänischen Betrieben auf breiter Front verbessert. Diese Verbesserungen senken die Schwelle für positive Deckungsbeiträge und für Profitabilität.

Fazit

Die dänischen Schweinehalter stehen durch fallende Schlachtschweine­notierungen unter enormem Druck. Eine Entlastung ist kurzfristig unwahrscheinlich, daher geht es im Moment vor allem ums Überleben.

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