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Markt-Puls: Bulgariens Gebührenerhöhungen bedrohen Exporte; US-Importzölle stehen bevor; UK-Rindfleischmengen sinken
Bulgarnische Produzenten warnen vor Preisschocks, während US-Importeure neue Handelsbarrieren befürchten und britische Käufer beim Rindfleisch sparen.

Bo Pedersen
Chief Revenue Officer
Steigende Inspektionskosten in Bulgarien drohen, die lokale Fleischlandschaft auf den Kopf zu stellen. In der Zwischenzeit sieht sich der globale Rindfleischhandel einem neuen Schock gegenüber, da US-Importeure vor "katastrophalen" Zöllen auf nicaraguanische Lieferungen warnen und britische Verbraucher aufgrund der Inflation gezwungen sind, weniger Fleisch zu kaufen.
Bulgarien: BFSA-Gebührenerhöhung bedroht Preisanstieg und Exporte
Was ist passiert: Am 20. November hat die bulgarische Lebensmittelindustrie eindringlich vor einer vorgeschlagenen Tarifüberholung durch die Bulgarische Lebensmittel-Sicherheitsbehörde (BFSA) gewarnt. Nach dem neuen Vorschlag würden die Inspektionsgebühren für Schweine über 25 kg sich verdoppeln, und die Kosten für veterinärmedizinische Zertifikate würden von nominalen Cent pro Tier auf eine Pauschalgebühr plus eine Kopfgebühr umgestellt. Branchenführer, einschließlich der Vereinigung der Fleischverarbeiter, argumentieren, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Produkte gefährden wird.
Warum es wichtig ist: Dies ist ein direkter Schlag für die Wettbewerbsfähigkeit bulgarischer Exporte. Für Exportgüter mit niedrigen Margen und hohem Volumen, wie etwa Bruteier nach Rumänien, könnte die vorgeschlagene Gebührenstruktur den Handel wirtschaftlich untragbar machen. Inländisch warnen Produzenten, dass diese Kosten zwangsläufig auf die Verbraucher umgelegt werden, was zu einem drastischen Anstieg der Lebensmittelpreise führt, während die Inflation bereits ein Problem darstellt.
Folgen & empfohlene Maßnahmen:
Exporteure: Berechnen Sie sofort die genaue Auswirkungen der vorgeschlagenen Struktur "Pauschalgebühr + pro Kopf", um effektiv lobbyieren zu können.
Käufer: Erwarten Sie potenzielle Preiserhöhungen oder Lieferunterbrechungen für bulgarisches Vieh und Bruteier, falls das Gesetz verabschiedet wird.
UK: Käufer zahlen mehr für weniger Rindfleisch
Was ist passiert: Neue Daten von Worldpanel by Numerator UK zeigen einen drastischen inflationären Einfluss auf den britischen Rindfleischsektor. In den 12 Wochen bis zum 2. November gaben britische Verbraucher 10 % mehr für Rindfleisch im Vergleich zum Vorjahr aus, doch das Volumen des gekauften Rindfleischs fiel um 10 %. Der durchschnittliche Preis für Rindfleisch ist um fast 19 % gestiegen, was zu einem Rückgang des Volumens an Rinderbraten um 21 % und einem Rückgang der Verkäufe von Hackfleisch führte.
Warum es wichtig ist: Die Daten bestätigen, dass die Inflation einen Wendepunkt für das Volumen erreicht hat. Verbraucher steigen nicht nur auf billigere Produkte um; sie kaufen erheblich weniger. Diese Volumenverringerung bedroht die Durchsatz- und Effizienz der Verarbeiter, auch wenn die Verkaufszahlen insgesamt robust erscheinen.
Folgen & empfohlene Maßnahmen:
Einzelhändler: Die Gelegenheit für "Rinderbraten" verschwindet. Verlagern Sie den Promotion-Fokus auf kleinere, erschwinglichere Stücke oder "Wert"-Hackfleischpackungen, um den Volumenrückgang zu stoppen.
Verarbeiter: Bereiten Sie sich auf reduzierte Bestellungen für die Hauptstücke vor; das Gleichgewicht der Schlachtkörper wird schwer zu managen sein, wenn hochwertige Bratenstücke nicht mehr verkauft werden.
Globaler Handel: US-Importeure warnen vor Preisspitzen durch Nicaraguanische Zölle
Was ist passiert: Am 20. November forderte der Meat Import Council of America (MICA) die US-Administration auf, extreme Vorsicht bezüglich vorgeschlagener 100%-Zölle auf Rindfleischeinfuhren aus Nicaragua walten zu lassen. Die Zölle werden im Rahmen einer umfassenderen Druckkampagne in Bezug auf Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in dem mittelamerikanischen Land erwogen.
Warum es wichtig ist: Nicaragua ist ein wichtiger Lieferant von mageren Rindfleischstücken für den US-Markt (Export von über 38.000 MT bis Juli 2025). Dieses magere Fleisch ist entscheidend für die Mischung mit fetthaltigen US-Stücken zur Herstellung von Hackfleisch (Burger). Ein 100%-Zoll würde diese Lieferung effektiv verbieten und eine sofortige Knappheit an Handelsrindfleisch schaffen, während die Bestände in den USA bereits auf historischen Tiefstständen sind.
Folgen & empfohlene Maßnahmen:
Globale Händler: Wenn nicaraguanisches Rindfleisch aus den USA ausgeschlossen wird, erwarten Sie, dass es alternative Märkte zu ermäßigten Preisen überschwemmt. Umgekehrt werden US-Importeure aggressiv mageres Trimms von Australien, Neuseeland und Brasilien ersteigern, was potenziell die globalen Preise für Handelsrindfleisch in die Höhe treiben könnte.
Burger-Ketten: Bereiten Sie sich auf potenzielle Anstiege der Inputkosten im ersten Quartal 2026 vor, wenn diese Zölle eingeführt werden.