Lammpreise bleiben aufgrund knapper Versorgung hoch, doch eine saisonale Korrektur steht bevor

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Lammpreise bleiben aufgrund knapper Versorgung hoch, doch eine saisonale Korrektur steht bevor

Ein Mangel an Lämmern in Australien und den Vereinigten Staaten hält die Weltmarktpreise nahe Rekordniveau, doch größere Frühjahrsbestände könnten den Markt bald abkühlen.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Warum das Angebot an Lammfleisch so knapp ist

Australien ist der weltweit größte Exporteur von Schaffleisch, und das Angebot ist das ganze Jahr über unter Druck. Die nationale Lammfleischschlachtung ging in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um 13 Prozent zurück, da die Bestandszahlen niedrig blieben. Die Schlachtungen scheinen im Juli ihren Tiefpunkt erreicht zu haben, als mehrere Betriebe für saisonale Wartungsarbeiten schlossen oder mit reduzierten Schichten arbeiteten.

Bei Hammelfleisch ist die Lage noch angespannter. Die Schlachtung älterer Schafe ist im bisherigen Jahresverlauf um rund 38 Prozent zurückgegangen. Viele australische Landwirte behalten ihre Mutterschafe, um nach mehreren trockenen Saisons ihre Herden wieder aufzubauen.

Dieses begrenzte Angebot hat die Preise nach oben getrieben. Doch die Schlachtbetriebe agieren vorsichtig. Anstatt immer höhere Preise zu zahlen, passen viele ihre Schichten und Schlachtzahlen an das verfügbare Angebot an.

Hohe Preise, aber Käufer wehren sich

Der Wettbewerb um gut ausgemästete Lämmer hat die Preise stabil gehalten, insbesondere für schwerere Exporttypen. In Australien wurden schwere Lämmer über weite Teile des Jahres zu etwa 10,50 bis 11,50 australischen Dollar pro Kilogramm (Schlachtgewicht) gehandelt. Terminkontrakte für den Spätwinter und Anfang September wurden zwischen 10,90 und 11,60 Dollar pro Kilogramm angeboten.

Der Wertzuwachs zeigt sich deutlich in den Exportzahlen. Der durchschnittliche Exportstückpreis für australisches Lamm lag in der ersten Hälfte des Jahres 2026 bei 12,48 Dollar pro Kilogramm. Das ist:

  • 14,4 Prozent höher als im gleichen Zeitraum 2025

  • 34,7 Prozent höher als im gleichen Zeitraum 2024

Trotzdem beginnen die hohen Preise, die Käufer zu überfordern. Der Widerstand der Verbraucher begrenzt inzwischen weitere Preiserhöhungen sowohl auf dem Inlands- als auch auf den Exportmärkten.

Die Vereinigten Staaten: Dürre treibt Lammpreise nach oben

Die Vereinigten Staaten stehen vor einer eigenen Angebotssituation. Dürre, hohe Kosten und Krankheitsrisiken haben amerikanische Landwirte dazu veranlasst, Lämmer früher und mit geringerem Gewicht zu verkaufen. Die Schlachtgewichte zwischen September und Mai waren die niedrigsten seit mindestens 15 Jahren.

Das Ergebnis war ein kräftiger Sprung der US-Lammpreise. Der nationale Wert des Lamm-Cutouts stieg im Juni um 33 Prozent. Einige Teilstücke legten noch stärker zu, wobei quadratisch geschnittene Schultern Ende Juni rund 56 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen.

Höhere US-Preise haben die Preise für australisches Lamm mit nach oben gezogen. In der Woche bis zum 1. Juni lag der Durchschnittspreis für gefrorene, entbeinte australische Keule in den USA bei 6 Dollar pro Pfund, was 53 Prozent höher ist als ein Jahr zuvor.

Der Handel verlagert sich zwischen den Regionen

Trotz solider Nachfrage sind die gesamten australischen Lammexporte im bisherigen Jahresverlauf um etwa 11 Prozent zurückgegangen. Knappes Angebot und Konflikte im Nahen Osten haben die Mengen begrenzt. Einige Märkte sind deutlich eingebrochen:

  • Volumen in den Nahen Osten um etwa 31 Prozent zurückgegangen

  • Papua-Neuguinea um etwa 52 Prozent zurückgegangen

  • Hammelfleischexporte um rund 39 Prozent zurückgegangen, wobei nur Japan und Kanada mehr gekauft haben

Gleichzeitig nehmen die Vereinigten Staaten und China einen größeren Anteil auf. Zusammen machten sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 46,6 Prozent des australischen Lammexportvolumens aus, gegenüber 40 Prozent im Jahr zuvor. Die US-Mengen stiegen um 2,4 Prozent und die chinesischen Mengen um 4,9 Prozent.

China könnte noch wichtiger werden. Da seine Schutzklauselzölle auf Rindfleisch aus Australien und Brasilien ausgelöst werden oder kurz davorstehen, könnten australisches Lamm und Hammelfleisch profitieren, wenn chinesische Käufer nach anderen Proteinquellen suchen.

Worauf Käufer und Verkäufer als Nächstes achten sollten

Marktbeobachter in Australien erwarten eine saisonale Preisanpassung, wenn Frühling und Sommer mehr Tiere auf den Markt bringen. Üblicherweise beginnt sich das Angebot von jetzt an aufzubauen, mit größeren Mengen an Lämmern der neuen Saison ab Ende September.

Ein Fachkolumnist für Vieh rät Verkäufern, die bereits Vorwärtsgeschäfte vereinbart haben, Verträge zügig zu unterschreiben und warnt, dass die Preise nachgeben könnten, sobald größere Mengen auf den Markt kommen. Erste Anzeichen dafür sind bereits zu sehen, da die ersten Lamm-Preisgitter nachlassen.

Für Käufer lautet die Botschaft, dass eine gewisse Entlastung kommen könnte, aber nur langsam. Für Verkäufer bleiben die Preise hoch, auch wenn der Höhepunkt nun überschritten sein dürfte.

Quellen

Lammpreise bleiben aufgrund knapper Versorgung hoch, doch eine saisonale Korrektur steht bevor | MeatBorsa Nachrichten