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Europas Hitze und Dürre setzen Tierfutter unter Druck, und Fleischpreise könnten folgen
Aufeinanderfolgende Hitzewellen und eine schwere Dürre in Europa verringern die Ernten und lassen die Futtermittelvorräte schrumpfen, und der Druck auf Heu, Getreide und Weiden könnte die Fleischpreise in den kommenden Monaten in die Höhe treiben.

Martina Osmak
Director of Marketing
Aufeinanderfolgende Hitzewellen und eine schwere Dürre in Europa verringern die Ernten und lassen die Futtervorräte schrumpfen; der Druck auf Heu, Getreide und Weiden könnte die Fleischpreise in den kommenden Monaten in die Höhe treiben.
Eine beispiellose Krise auf Europas Bauernhöfen
Aufeinanderfolgende Hitzewellen und eine sich ausweitende Dürre haben viele europäische Landwirte in eine Krise gebracht, die Erzeuger als „beispiellos“ bezeichnen. Die Temperaturen lagen häufig über 35 °C, mit fast keinem Regen, und heiße Winde trockneten die Felder auf dem ganzen Kontinent aus. Der Guardian berichtet, dass Gemüse- und Getreideerzeuger vor „katastrophalen“ Ernten in diesem Jahr warnen.
Der Schaden ist weitreichend. In Frankreich, dem größten Getreideproduzenten Europas, wird erwartet, dass die Maisernte von 2025 ausgehend um etwa 35 % auf rund 9 Millionen Tonnen fällt, ein Niveau, das zuletzt 1980 erreicht wurde. In Italien erklärt der Bauernverband Coldiretti, dass inzwischen etwa 60 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche von der Dürre betroffen sind, wobei der Gesamtschaden für den Sektor auf mehr als 3 Milliarden Euro beziffert wird. In Spanien sind die Getreideernten in Castilla y León um 35 %, in der Region Madrid um 49 % und in Andalusien um 24 % zurückgegangen.
Warum ist das für Fleisch wichtig? Mais, Getreide und Gras bilden die Futterbasis für Rinder, Schweine und Geflügel. Wenn die Ernten schrumpfen, wird Futter knapper und teurer, und diese Kosten schlagen sich mit der Zeit im Fleisch nieder.
Futter und Heu werden knapp
Das unmittelbarste Risiko für Nutztiere ist das Futter. Laut Euractiv, berichtet von UNN, stehen etwa 38 % des EU-Gebiets unter Dürre, und ausgetrocknete Weiden zwingen Landwirte dazu, ihre Winterfuttervorräte Monate früher als geplant anzubrechen.
Wesentliche Futterengpässe in Europa:
Die Confédération Paysanne in Frankreich warnt je nach Region vor einem Verlust von 30 % bis 60 % der Futtervorräte.
Das französische Landwirtschaftsministerium erklärt, dass die Heuproduktion für das Winterfutter von Rindern etwa 30 % unter dem Durchschnitt von 1989–2018 liegt und dass sich das Defizit auf weitere Regionen ausweitet.
In Österreich haben Viehhalter ihr Rindvieh frühzeitig von den Almweiden ins Tal geholt, da Gras und Wasser knapp werden, und einige nutzen bereits Winterfutter oder schicken Tiere früher zur Schlachtung.
In Irland verfüttern Landwirte das Silagefutter für den kommenden Winter bereits jetzt, was laut ICMSA die Kosten für die Milchproduktion verdoppelt oder verdreifacht.
Wenn Landwirte im August auf ihre Wintervorräte zurückgreifen, riskieren sie später im Jahr eine Lücke. Das bedeutet in der Regel, zusätzliches Futter zu höheren Preisen zuzukaufen oder die Herdengrößen zu reduzieren.
Milch- und Viehwirtschaft spüren die Hitze
Hitzestress senkt bereits die Leistung. Milchkühe beginnen bei Temperaturen über 25 °C zu leiden, und französische Erzeuger berichten von um 10 % bis 15 % gesunkenen Milchleistungen. In der Parmigiano Reggiano-Region in Italien haben Temperaturen über 40 °C die Milchleistung auf einigen Betrieben um bis zu 10 % verringert. Spanien meldet einen Rückgang der Schafsmilch um 6,5 % und der Ziegenmilch um 10,8 %.
Einige Landwirte berichten zudem von Gesundheitsproblemen bei den Tieren. In Irland sprechen Vertreter der Milchwirtschaft von Embryonenverlusten bei Kühen während der Brunstsaison, die sie mit Hitzestress in Verbindung bringen. Diese Effekte können die Produktivität der Herden weit über diesen Sommer hinaus verringern.
Was das für Fleischpreise bedeuten könnte
Der Zusammenhang zwischen Dürre und Fleischpreisen ist nicht unmittelbar, aber er ist real. Steigen die Futterkosten, reduzieren manche Landwirte ihre Herden und schicken mehr Tiere früher als geplant zur Schlachtung. Euractiv stellt fest, dass dieses zusätzliche Angebot derzeit zu einem Rückgang der Fleischpreise beiträgt.
Das größere Risiko kommt später. Sobald diese Welle zusätzlichen Schlachtangebots abebbt, können kleinere Herden und höhere Futterkosten das Angebot verknappen und die Preise in die Höhe treiben. Für Käufer und Verkäufer sind die kommenden Monate die entscheidende Beobachtungsphase.
Signale, die es zu beobachten gilt:
Verfügbarkeit von Winterfutter und Heu in Frankreich, Deutschland, Spanien und Irland.
Entscheidungen zur Herdengröße, da frühe Ausstallungen jetzt später zu einem knapperen Angebot führen können.
Getreide- und Maispreise, die die Kosten für Tierfutter bestimmen.
Staatliche Hilfen, wie die von Frankreich zugesagten 145 Millionen Euro für betroffene Landwirte.
Für einen Markt, der bereits mit Krankheitsausbrüchen und sich wandelndem Handel zu kämpfen hat, fügt die Hitze eine weitere Unsicherheitsebene hinzu. Unternehmen, die ihre Futter- und Beschaffungsplanung frühzeitig vornehmen, sind besser aufgestellt, falls sich das Angebot später im Jahr verknappt.