Die neuen Käufer von Schweinefleisch: wie die Weltkarte des Handels neu gezeichnet wird

Published in Market Analysis

Die neuen Käufer von Schweinefleisch: wie die Weltkarte des Handels neu gezeichnet wird

China kauft deutlich weniger Schweinefleisch, und diese Lücke verändert den globalen Handel, während Mexiko und Südostasien die Führung übernehmen und Brasilien und Europa um neue Kunden konkurrieren.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Der Markt, den China aufgebaut hat, verändert sich

Der globale Schweinefleischhandel wuchs 2020 und 2021 schnell und erreichte etwa 12 Millionen Tonnen. China trieb den Großteil dieses Wachstums. Eine Krise mit Afrikanischer Schweinepest hatte den eigenen Schweinebestand verringert, sodass das Land Rekordmengen aus dem Ausland kaufte.

Diese Ära klingt nun ab. Mit der Erholung der chinesischen Betriebe gingen die Importe zurück, und der Welthandel fiel 2022 und 2023 wieder auf knapp unter 10 Millionen Tonnen. Laut Rabobanks World Pork Map 2026 sank Chinas Anteil an den globalen Schweinefleischimporten von 43 % im Jahr 2021 auf 23 % im Jahr 2025.

Rabobank führt den Rückgang auf drei Faktoren zurück: eine stärkere heimische Produktion, eine schwächere Verbrauchernachfrage im Zuge der abkühlenden Konjunktur und einen langsamen Wandel der chinesischen Ernährungsgewohnheiten hin zu Geflügel und Rindfleisch. Das Ergebnis ist eine einfachere Überschrift für die gesamte Branche: Kein einzelner Markt bestimmt nun mehr die Richtung der weltweiten Schweinefleischpreise.

Neue Käufer treten auf den Plan

Mit einem kleineren China gewinnen andere Importeure an Bedeutung. Rabobank berichtet, dass Mexiko zum weltweit größten Importeur von Schweinefleisch, ohne Berücksichtigung von Nebenprodukten, geworden ist, da die eigene Produktion mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann.

Südostasien ist die andere Wachstumsgeschichte. Die Philippinen und Vietnam kaufen mehr Schweinefleisch, weil Seuchenausbrüche ihre lokalen Bestände ausgedünnt haben. Das eröffnet Exporteuren in Brasilien, den Vereinigten Staaten und Kanada Spielraum, ihre Verkäufe zu steigern.

Der Handel ist nun breiter gestreut und schwerer vorherzusagen. Anstatt sich auf einen dominanten Käufer zu stützen, müssen Exporteure gleichzeitig mehreren Märkten nachgehen und schnell auf Veränderungen bei der Nachfrage, veterinärrechtlichen Vorschriften und Handelspolitik reagieren.

Brasilien nutzt die Verschiebung

Brasilien gehört zu den klaren Gewinnern dieses Wandels. Der brasilianische Verband für tierische Proteine (ABPA) meldete, dass das Land im Juli 2026 131.500 Tonnen Schweinefleisch exportierte, ein Plus von 3,7 % gegenüber dem gleichen Monat 2025.

Das Volumen steigt, obwohl die Preise nachgeben. Die Exporterlöse im Juli beliefen sich auf 298,3 Millionen US-Dollar, ein Rückgang um 5,6 % im Jahresvergleich. In den ersten sieben Monaten 2026 exportierte Brasilien 925.600 Tonnen, ein Zuwachs von 9,1 %, im Wert von 2,158 Milliarden US-Dollar.

Die Philippinen waren im Juli Brasiliens wichtigster Kunde. Die wichtigsten Absatzmärkte waren:

  • Philippinen: 20.300 Tonnen

  • Japan: 18.400 Tonnen

  • Chile: 13.900 Tonnen

  • China: 9.100 Tonnen

  • Argentinien: 6.500 Tonnen

ABPA-Präsident Ricardo Santin sagte, die Ergebnisse bestätigten einen Aufwärtstrend und die breitere Marktstreuung zeige, dass der Sektor sich sowohl in etablierten als auch in neuen Absatzmärkten behaupten könne.

Europa produziert mehr Schweinefleisch, verkauft es aber anders

Europa ist im Schweinefleischbereich weiterhin ein Schwergewicht, und Spanien führt den Block an. Das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) meldete, dass das Land im ersten Halbjahr 2026 2,76 Millionen Tonnen Schweinefleisch produzierte, 3,2 % mehr als ein Jahr zuvor.

Der Anstieg kam aus zwei Quellen: mehr Tiere und schwerere Tiere. Spanien schlachtete in diesem Zeitraum 28,4 Millionen Schweine, ein Plus von 2,1 %, während das durchschnittliche Schlachtkörpergewicht von etwa 96 Kilogramm auf 97,1 Kilogramm stieg.

Doch Europa steht vor einer schwierigeren Vertriebsaufgabe. Rabobank weist darauf hin, dass Afrikanische Schweinepest in Spanien die Exportmöglichkeiten des Landes einschränkt, was mehr Schweinefleisch im regionalen Markt belässt und auf die Preise drückt. Damit steigt das europäische Angebot genau in dem Moment, in dem die lukrativsten Exportkanäle unter Druck geraten.

Was das für Käufer und Händler bedeutet

Die Schweinefleischlandkarte 2026 belohnt Flexibilität. Preise, Handelsregeln und Seuchenrisiken können sich schnell verändern, und keine Region ist für sich genommen eine sichere Bank.

Wichtige Punkte im Blick zu behalten:

  • China kauft weniger, daher prägen Mexiko, die Philippinen und Vietnam nun einen großen Teil der globalen Nachfrage.

  • Brasilien gewinnt Volumen mit wettbewerbsfähigen Preisen, obwohl der Erlös pro Tonne sinkt.

  • Europa hat mehr Schweinefleisch zu verkaufen, aber weniger einfache Exportwege, was schärfere Angebote innerhalb der EU bedeuten könnte.

Käufer, die mehrere Herkunftsländer gleichzeitig beobachten und die Tiergesundheitslage genau verfolgen, sind am besten aufgestellt, sich Versorgung zu den richtigen Preisen zu sichern.

Quellen

Die neuen Käufer von Schweinefleisch: wie die Weltkarte des Handels neu gezeichnet wird | MeatBorsa Nachrichten