Ausblick auf den EU-Fleischmarkt (2000–2026)

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Ausblick auf den EU-Fleischmarkt (2000–2026)

Der EU-Fleischmarktausblick bis 2026 zeigt eine stabile Gesamtproduktion, einen rückläufigen Verzehr von rotem Fleisch und ein starkes Wachstum im Geflügelsektor in ganz Europa.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Einleitung

Dieser Bericht erläutert die wichtigsten Trends auf dem EU-Fleischmarkt auf Grundlage von Daten der Europäischen Kommission. Er umfasst Gesamtfleisch, Rind- und Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel sowie Schaf- und Ziegenfleisch.

Insgesamt ist der Markt stabil, aber innerhalb der einzelnen Sektoren gibt es deutliche Veränderungen.

1. Gesamtfleischmarkt

Die gesamte Fleischproduktion in der EU ist weitgehend stabil.

  • Die Produktion liegt bei rund 43 bis 45 Millionen Tonnen

  • Kleiner Rückgang von 2022 auf 2023, anschließend wird eine leichte Erholung erwartet

  • Die Nettoproduktion folgt demselben Muster

Verbrauch:

  • Die Inlandsverwendung ist von etwa 39 Millionen Tonnen (2018) auf etwa 37,2 Millionen Tonnen (2023) gesunken

  • Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von etwa 69 kg auf 66 kg zurückgegangen

  • Nach 2024 wird eine leichte Erholung erwartet

Selbstversorgung:

  • Weiterhin hoch, über 110 Prozent

  • Langsamer Rückgang

Was das bedeutet:

  • Der EU-Markt wächst nicht

  • Die Menschen essen etwas weniger Fleisch

  • Der Markt ist stabil, aber gesättigt

2. Rind- und Kalbfleisch

Dies ist der schwächste Sektor.

  • Die Produktion ist von etwa 7,3 Millionen Tonnen (2018) auf etwa 6,2 Millionen Tonnen (Prognose 2026) gesunken

  • Die Inlandsverwendung geht zurück

  • Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von etwa 10,8 kg auf 9,6 kg gefallen

Handel:

  • Die Exporte gehen zurück

  • Die Importe steigen leicht

Was das bedeutet:

  • Langfristiger Rückgang

  • Hohe Kosten und Umweltbedenken beeinflussen die Nachfrage

  • Keine starke Erholung zu erwarten

3. Schweinefleisch

Schweinefleisch ist weiterhin der größte Sektor.

  • Die Produktion erreichte um 2020 bis 2021 ihren Höhepunkt und ist danach zurückgegangen

  • Es wird eine moderate Erholung erwartet, aber nicht auf das frühere Niveau

  • Die Inlandsverwendung nimmt leicht ab

Handel:

  • Die Exporte waren stark, sind jetzt stabiler oder rückläufig

  • Die Importe sind gering

Verbrauch:

  • Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von etwa 34 bis 35 kg auf etwa 32 bis 33 kg gesunken

Was das bedeutet:

  • Nach wie vor dominierend nach Volumen

  • Empfindlich gegenüber Exportmärkten (zum Beispiel China)

  • Langsamer Rückgang des Verbrauchs in der EU

4. Geflügel

Geflügel ist der einzige Sektor mit starkem Wachstum.

  • Die Produktion ist von etwa 13,2 Millionen Tonnen (2018) auf etwa 14,7 Millionen Tonnen (Prognose 2026) gestiegen

  • Die Inlandsverwendung nimmt zu

  • Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von etwa 23 kg auf 26 kg gestiegen

Handel:

  • Starke Exporte

  • Auch die Importe nehmen zu

Was das bedeutet:

  • Geflügel ersetzt andere Fleischarten

  • Niedrigerer Preis und besseres Image fördern das Wachstum

  • Es wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt

5. Schaf- und Ziegenfleisch

Dies ist ein kleiner und rückläufiger Markt.

  • Die Produktion ist von etwa 580 Tausend Tonnen auf etwa 470 Tausend Tonnen gesunken

  • Der Verbrauch geht zurück

  • Der Pro-Kopf-Verbrauch ist mit etwa 1,2 bis 1,4 kg niedrig

Handel:

  • Importe sind wichtig

  • Exporte sind begrenzt

Was das bedeutet:

  • Nischenprodukt

  • Die Nachfrage hängt von bestimmten Regionen und Traditionen ab

6. Handel und Marktbilanz

  • Die EU ist weiterhin Nettoexporteur von Fleisch

  • Die Selbstversorgung liegt über 100 Prozent, nimmt aber ab

  • Die Exporte wachsen nicht mehr so stark wie früher

Was das bedeutet:

  • Geringere Abhängigkeit von Exportwachstum

  • Stärkerer Fokus auf die Binnennachfrage in der EU

7. Wichtige Markttrends

1. Veränderung im Verbrauch

  • Weniger rotes Fleisch (Rind, Schweinefleisch)

  • Mehr Geflügel

2. Umweltdruck

  • Die Produktion und der Verbrauch von Rindfleisch sind am stärksten betroffen

3. Marktreife

  • Die Gesamtnachfrage ist stabil oder leicht rückläufig

  • Wachstum entsteht durch den Wechsel zwischen Fleischarten

4. Veränderungen im Handel

  • Das Exportwachstum verlangsamt sich

  • Der Markt wird ausgewogener

Fazit

  • Der gesamte EU-Fleischmarkt ist stabil

  • Rindfleisch nimmt ab

  • Schweinefleisch ist stabil, aber langsam rückläufig

  • Geflügel wächst stark

  • Schaf- und Ziegenfleisch ist klein und rückläufig

Ausblick bis 2026:

  • Geflügel wird weiter wachsen

  • Der Verbrauch von rotem Fleisch wird weiter zurückgehen

  • Die Gesamtmarktgröße bleibt stabil

Quelle: https://agridata.ec.europa.eu/extensions/DashboardSTO/STO_Meat.html

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