Asiens Schweinefleischhandel im Wandel: Die Philippinen kaufen mehr, China produziert mehr

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Asiens Schweinefleischhandel im Wandel: Die Philippinen kaufen mehr, China produziert mehr

Die Philippinen importieren mehr Schweinefleisch, da die Afrikanische Schweinepest ihren Bestand klein hält, wobei Brasilien den größten Teil der Lücke schließt, während China stillschweigend seine eigene Schweinefleischproduktion ausbaut.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Zwei große asiatische Schweinefleischgeschichten bewegen sich gleichzeitig: Die Philippinen importieren weiterhin mehr Schweinefleisch, um ein Defizit im Inland auszugleichen, während China mehr selbst produziert. Beide Entwicklungen sind wichtig für Exporteure, die entscheiden müssen, wohin sie ihre nächste Lieferung schicken.

Die Philippinen kaufen weiterhin mehr Schweinefleisch

Die Schweinefleischimporte auf die Philippinen sind im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Von Januar bis Juni führte das Land 455.381 Tonnen Schweinefleisch ein. Das sind 11 % mehr als die 409.693 Tonnen, die im gleichen Zeitraum des Vorjahres importiert wurden, basierend auf Zahlen des Philippine Bureau of Animal Industry.

Der Grund ist einfach. Die heimischen Schweinebetriebe können noch nicht genug produzieren, daher wenden sich Käufer an ausländische Lieferanten, um Geschäfte und Verarbeiter ausreichend zu versorgen.

Hier sind die wichtigsten Zahlen für das erste Halbjahr 2026:

  • Gesamte Schweinefleischimporte: 455.381 Tonnen, ein Anstieg von 11 % im Jahresvergleich

  • Brasilien lieferte fast die Hälfte dieses Volumens, mehr als 210.000 Tonnen

  • Brasilien hielt einen Anteil von 52,2 % an allen Fleischimporten der Philippinen

Warum das lokale Angebot knapp bleibt

Die Hauptursache ist die Afrikanische Schweinepest (ASF). Die Krankheit hat die philippinische Schweinehaltung seit mehreren Jahren stark getroffen.

Der nationale Schweinebestand fiel 2025 auf etwa 8,79 Millionen Tiere. Das sind rund 31 % weniger als die 12,71 Millionen Tiere, die 2019, dem Jahr des ersten ASF-Ausbruchs, verzeichnet wurden. Mitte Juli 2026 wurden in 18 Provinzen noch aktive ASF-Fälle gemeldet.

Viele Landwirte haben das Geschäft ebenfalls aufgegeben. Der Branchenverband ABPA in Brasilien stellte fest, dass eine Reihe philippinischer Schweinehalter ihre Tätigkeit eingestellt hat, was die Schließung der Versorgungslücke erschwert. Um Schweinefleisch verfügbar und erschwinglich zu halten, hat sich die Regierung auf Importe gestützt, anstatt darauf zu warten, dass sich die lokale Produktion vollständig erholt.

Brasilien nimmt den größten Anteil

Brasilien ist der klare Gewinner dieser Lücke. Das Land ist inzwischen der wichtigste Fleischlieferant der Philippinen und die größte einzelne Quelle für importiertes Schweinefleisch.

Im Jahr 2025 lieferte Brasilien 392.902 Tonnen Schweinefleisch auf die Philippinen. Das war ein Sprung um 54,5 % gegenüber 254.331 Tonnen im Jahr 2024. Die Philippinen sind jetzt der größte Schweinefleischkäufer Brasiliens.

Estevao Carvalho von der Brazilian Association of Animal Protein (ABPA) sagte, die Exporte dürften in diesem Jahr in etwa auf dem aktuellen Niveau bleiben. Er fügte hinzu, dass die künftigen Mengen davon abhängen werden, wie schnell die Philippinen ASF unter Kontrolle bringen und ihre eigene Produktion wieder aufbauen. Mit anderen Worten: Brasilien rechnet mit einer anhaltend starken Nachfrage, solange das lokale Defizit anhält.

China stützt sich auf seinen eigenen Bestand

Gleichzeitig bewegt sich der weltweit größte Schweinefleischmarkt in die entgegengesetzte Richtung. China hat seine eigene Fleischproduktion im ersten Halbjahr 2026 erhöht.

Die Gesamtproduktion von Schweine-, Rind-, Schaf- und Geflügelfleisch erreichte in den ersten sechs Monaten 50,50 Millionen Tonnen, ein Anstieg um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Schweinesektor blieb stabil und produktiv.

Die Aufschlüsselung nach Proteinarten war:

  • Schweinefleisch: plus 3,3 %

  • Geflügel: plus 9,4 %

  • Rindfleisch: minus 1,0 %

  • Schaffleisch: minus 3,9 %

Am Ende des zweiten Quartals verfügte China über einen Schweinebestand von 424,91 Millionen Tieren, nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Die Landwirte schlachteten im ersten Halbjahr 372,46 Millionen Schweine, 1,7 % mehr als im Vorjahr.

Wenn China mehr eigenes Schweinefleisch produziert, braucht es in der Regel weniger aus dem Ausland. Das ist wichtig für Exporteure in Brasilien und der Europäischen Union, die lange auf die chinesische Nachfrage gesetzt haben. Wenn China weiter weniger kauft, muss ein größerer Teil dieses Fleisches in anderen Märkten Absatz finden, und schnell wachsende Importeure wie die Philippinen werden noch wertvoller.

Worauf Käufer und Verkäufer achten sollten

Das Bild in Asien ist nicht überall gleich, daher lohnt es sich, jeden Markt für sich zu betrachten.

  • Verkäufer mit verfügbarem Schweinefleisch sollten die Philippinen im Blick behalten, wo die Nachfrage steigt und Brasilien bereits dominiert.

  • Exporteure, die von China abhängen, sollten sich auf eine schwächere chinesische Nachfrage einstellen, während die inländische Produktion wächst.

  • Käufer sollten die ASF-Meldungen auf den Philippinen verfolgen, da eine schnellere Erholung dort den Importbedarf nach und nach verringern könnte.

  • Alle sollten die Preisunterschiede zwischen den Regionen beobachten, da sich Handelsströme schnell verschieben und damit die Schweinefleischpreise rasch verändern können.

Quellen

Asiens Schweinefleischhandel im Wandel: Die Philippinen kaufen mehr, China produziert mehr | MeatBorsa Nachrichten