ASF kehrt nach mehr als einem Jahr ohne neue Fälle nach Sachsen zurück

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ASF kehrt nach mehr als einem Jahr ohne neue Fälle nach Sachsen zurück

Ein neuer Fall von Afrikanischer Schweinepest bei einem Wildschwein hat die kurze Phase der Entspannung in Sachsen beendet und neue Sorgen über das Virus in Deutschland ausgelöst.

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Martina Osmak

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Neuer Fall im Osten Deutschlands bestätigt

Die Afrikanische Schweinepest, oder ASP, ist erneut im deutschen Bundesland Sachsen nachgewiesen worden. Der neue Fall wurde bei einem jungen Wildschwein bestätigt, das im Landkreis Görlitz westlich der Stadt Görlitz gefunden wurde.

Laborergebnisse des nationalen Referenzzentrums Deutschlands, des Friedrich-Loeffler-Instituts, bestätigten die Infektion, nachdem das Tier am 31. März 2026 gefunden worden war.

Der Fund ist bedeutsam, weil Sachsen erst vor Kurzem als frei von ASP beim Schwarzwild erklärt worden war. Das Bundesland war mehr als ein Jahr lang ohne neuen bestätigten Fall geblieben.

Beschränkungen waren gerade aufgehoben worden

Der neue Nachweis erfolgte weniger als zwei Monate, nachdem Sachsen seine letzten ASP-Restriktionszonen aufgehoben hatte.

Diese frühere Entscheidung folgte auf eine lange und kostspielige Bekämpfungskampagne. Mehr als fünf Jahre lang arbeitete das Bundesland daran, die Seuche durch Zäune, Monitoring des Schwarzwilds, Kadaversuchen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Veterinärteams, Jägern und Landwirten einzudämmen.

Nun müssen die Behörden erneut reagieren.

Sofortige Reaktion der Behörden

Vor Ort begannen die zuständigen Stellen schnell mit Seuchenbekämpfungsmaßnahmen an dem Fundort des infizierten Tieres.

Diese Schritte umfassen:

  • erneute Suche nach verendeten Wildschweinen in der Umgebung

  • Einsatz von ausgebildeten Suchhundeteams und Drohnen

  • verstärktes Monitoring rund um den Nachweisort

  • Stopp der Zaunrückbauarbeiten in der nahegelegenen Zone

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping bezeichnete den Fall als ernste Bewährungsprobe, betonte jedoch, dass die Region über große Erfahrung im Management von Ausbrüchen verfügt.

Warum das wichtig ist

Der neue Fall erinnert daran, dass ASP auch nach einer langen Ruhephase zurückkehren kann.

Fachleute haben gewarnt, dass das Virus weiterhin in Wildschweinpopulationen zirkulieren kann, insbesondere in Grenzregionen. Das bedeutet, dass Gebiete, die stabil erscheinen, dennoch mit neuen Ausbrüchen konfrontiert werden können.

Sachsen galt bislang als Erfolgsgeschichte. Seit ASP dort im Oktober 2020 erstmals auftrat, verzeichnete das Bundesland Tausende Fälle beim Schwarzwild, konnte aber Infektionen in Hausschweinebeständen vermeiden. Anfang Februar 2026 gingen die Behörden davon aus, dass der Ausbruch unter Kontrolle gebracht worden war.

Dieser neue Fund zeigt, wie fragil dieser Fortschritt sein kann.

Größerer Kontext in Deutschland

Der Fall in Sachsen steht nicht für sich allein.

Deutschland kämpft seit Jahren in mehreren Regionen gegen ASP. Während sich die Lage in manchen östlichen Gebieten verbessert hat, haben andere Teile des Landes weiterhin mit aktiven Fällen zu tun, insbesondere beim Schwarzwild.

In den vergangenen Jahren war die Seuche in mehreren Bundesländern präsent. Einige Regionen konnten die Fallzahlen senken und Beschränkungen aufheben, während andere weiterhin neue Infektionen meldeten und ihre Sperrzonen ausweiten mussten.

Dieses breitere Muster ist für ein weltweites Publikum bedeutsam, weil es eine klare Lehre zeigt: ASP ist schwer vollständig zu beseitigen, sobald sie sich im Wildtierbestand etabliert hat.

Risiko für die Schweinehaltung bleibt bestehen

ASP infiziert keine Menschen, ist aber für Schweine und Wildschweine tödlich. Zudem kann sie erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen – durch Handelsbeschränkungen, Bestandsverluste und langwierige Bekämpfungskampagnen.

Für Landwirte ist die Rückkehr des Virus in Sachsen eine weitere Warnung, dass Biosicherheit nicht zu früh gelockert werden darf.

Grundlegende Prävention bleibt entscheidend, darunter:

  • strikte Betriebshygiene

  • sorgfältige Kontrolle von Transporten und Besuchern

  • schnelle Meldung kranker oder verendeter Tiere

  • konsequente Trennung von Hausschweinen und Wildschweinen

Eine Warnung über Deutschland hinaus

Die Entwicklungen in Sachsen sind auch außerhalb Deutschlands relevant.

Länder mit Wildschweinbeständen, einer aktiven Schweinebranche oder grenzüberschreitenden Tierbewegungen stehen vor demselben Risiko. Auch nach langen Zeiträumen ohne neue Fälle kann das Virus wieder auftauchen.

Deshalb bleiben Überwachung, schnelle Reaktion und klare Kommunikation zentrale Elemente der ASP-Bekämpfung.

Ausblick

Der erneute ASP-Fall in Sachsen löscht die Fortschritte der vergangenen fünfeinhalb Jahre nicht aus. Er zeigt aber, dass der Kampf noch nicht gewonnen ist.

Derzeit handeln die Behörden zügig, um das Risiko einzudämmen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es sich um einen einzelnen, isolierten Fall handelt oder um den Beginn einer neuen lokalen Ausbreitung.



Quellen:

ASF kehrt nach mehr als einem Jahr ohne neue Fälle nach Sachsen zurück | MeatBorsa Nachrichten