Afrikanische Schweinepest in Europa: wo die Fallzahlen 2026 steigen und sinken

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Afrikanische Schweinepest in Europa: wo die Fallzahlen 2026 steigen und sinken

Neue Daten aus der ersten Hälfte des Jahres 2026 zeigen, dass die Afrikanische Schweinepest in einigen europäischen Ländern nachlässt, während sie in anderen stark ansteigt, wobei neue Ausbrüche in landwirtschaftlichen Betrieben die Schweinehändler in Alarmbereitschaft halten.

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Martina Osmak

Director of Marketing

Afrikanische Schweinepest, oder ASF, ist auch 2026 noch eine der größten Sorgen in der Tiergesundheit für den europäischen Schweinesektor. Das Virus schadet Menschen nicht, und Fleisch von infizierten Tieren stellt kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Für Schweine ist es jedoch fast immer tödlich und zwingt zu großen Keulungen, die Betriebe und Handel stören. Neue Daten aus der ersten Hälfte des Jahres 2026 zeigen ein gemischtes Bild in Europa. Einige Länder verbessern sich, während andere starke Anstiege verzeichnen.

Die Lage in Europa

In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden in der Europäischen Union und in Nachbarländern 5.905 ASF-Ausbrüche registriert. Wildschweine bleiben der Hauptträger des Virus und sind für den Großteil dieser Fälle verantwortlich.

Hier sind die wichtigsten Zahlen für Januar bis Juni 2026:

  • Wildschweine: 5.589 Ausbrüche in 15 Ländern, etwa 15,6 % weniger als im gleichen Zeitraum 2025 (6.621).

  • Hausschweine in landwirtschaftlichen Betrieben: 316 Ausbrüche in 11 Ländern, rund 24 % weniger als 418 in der ersten Hälfte von 2025.

Der Gesamttrend ist also etwas besser als im Vorjahr. Das Bild auf nationaler Ebene ist jedoch sehr uneinheitlich.

Die Länder mit den meisten Wildschwein-Fällen in der ersten Hälfte 2026 waren:

  • Polen: 1.425

  • Litauen: 832

  • Italien: 823

  • Deutschland: 621

  • Ungarn: 491

  • Lettland: 416

  • Rumänien: 284

  • Bulgarien: 277

Wo die Fallzahlen steigen

In einigen Ländern kam es zu starken Zuwächsen. In Italien haben sich die Ausbrüche bei Wildschweinen fast verdoppelt, von 430 auf 823, ein Anstieg um etwa 91 %. Litauen verzeichnete einen Anstieg um rund 78 %, von 468 auf 832.

Auf landwirtschaftlichen Betrieben ist Serbien die größte Sorge. Dort stiegen die Ausbrüche bei Hausschweinen von 20 in der ersten Hälfte 2025 auf 152 im gleichen Zeitraum 2026. Damit ist Serbien in diesem Jahr das am stärksten betroffene Land Europas bei Ausbrüchen in Betrieben. Auch Kroatien verzeichnete einen Anstieg, von 1 auf 26.

Wo die Fallzahlen sinken

Andere Länder konnten ihre Zahlen senken. Deutschland reduzierte die Ausbrüche bei Wildschweinen von 1.612 auf 621, ein Rückgang um etwa 61 %. In Polen gingen sie von 2.374 auf 1.425 zurück, also um rund 40 %.

Auch Ungarn und Lettland verzeichneten weniger Wildschwein-Fälle, und in Griechenland sanken die Zahlen von 74 Fällen auf nur einen. Auf der Betriebsseite konnte Rumänien die Ausbrüche bei Hausschweinen von 176 auf 110 reduzieren. Dennoch bleibt Rumänien eines der am stärksten betroffenen Länder.

Neue Ausbrüche in Betrieben im Sommer 2026

Aktuelle Überwachungsdaten aus dem Juli 2026 zeigen, dass das Virus weiterhin kommerzielle Betriebe erreicht – die Situation, die Händler am genauesten beobachten.

  • Deutschland meldete einen neuen Ausbruch bei gehaltenen Schweinen in einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern, der etwa 3.000 Mastschweine betrifft.

  • In Nordrhein-Westfalen, Deutschland, wurde ein Virus in einem Betrieb gefunden, das genetisch mit Süditalien in Verbindung steht. Dies deutet eher auf eine Neueinschleppung aus größerer Entfernung als auf eine lokale Ausbreitung hin und zeigt, wie leicht sich das Virus durch menschliche Aktivitäten verbreiten kann.

  • Lettland bestätigte seinen ersten Betriebsausbruch des Jahres in einem der größten kommerziellen Betriebe des Landes mit mehr als 22.000 Schweinen am Standort.

Das Problem ist nicht auf Europa beschränkt. In Südkorea wurden rund 25.000 Schweine gekeult, nachdem ASF nachgewiesen wurde – ein Hinweis darauf, dass die Krankheit eine weltweite Herausforderung darstellt.

Das globale Ausmaß des Problems

ASF hat sich seit 2022 stark ausgebreitet. Laut der World Organisation for Animal Health (WOAH) haben seit Januar 2022 85 Länder und Gebiete die Krankheit gemeldet.

WOAH zählt in diesem Zeitraum mehr als 1,14 Millionen Fälle bei Hausschweinen und rund 52.500 Fälle bei Wildschweinen, mit über 2,5 Millionen Verlusten an Schweinen. Die Organisation betont, dass ASF weiterhin eine globale Bedrohung bleibt. Sie fordert Erzeuger und Händler auf, strikte Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, Verdachtsfälle früh zu melden und entlang der gesamten Lieferkette wachsam zu bleiben.

Was das für Käufer und Verkäufer bedeutet

Für alle, die mit Schweinen oder Schweinefleisch handeln, ist nicht die Sicherheit für den Menschen das Hauptproblem, sondern die Marktstörung. Wenn ein Ausbruch bestätigt wird, richten die Behörden schnell Schutz- und Überwachungszonen ein. Diese Zonen beschränken die Bewegung von lebenden Schweinen und Schweineprodukten und können Lieferungen verzögern oder blockieren.

Das sollten Käufer und Verkäufer im Hinterkopf behalten:

  • Restriktionszonen können die Bewegung von Schweinen und Schweineprodukten kurzfristig stoppen, was zu Verzögerungen und zusätzlichem Papieraufwand führt.

  • Preise und Verfügbarkeit können sich verändern, wenn große Betriebe gekeult werden, insbesondere auf regionaler Ebene.

  • Herkunftsland und Zonenstatus spielen bei grenzüberschreitenden Geschäften eine sehr wichtige Rolle.

  • Gute Biosicherheit und saubere Transportmittel senken das Risiko, das Virus zwischen Betrieben und Regionen zu verbreiten.

Die erste Hälfte des Jahres 2026 brachte etwas Entlastung in wichtigen Ländern wie Deutschland und Polen. Doch steigende Fallzahlen in Betrieben in Serbien und Kroatien, neue Ausbrüche in Deutschland und Lettland sowie anhaltender Druck in Italien zeigen, dass das Risiko noch lange nicht vorbei ist. Händler in ganz Europa sollten die offiziellen Meldungen weiterhin genau verfolgen und mit plötzlichen Bewegungseinschränkungen rechnen.

Quellen

Afrikanische Schweinepest in Europa: wo die Fallzahlen 2026 steigen und sinken | MeatBorsa Nachrichten